Visuelle Intervention als Umgangsform mit dissonanten Objekten kann die Sichtbarmachung politischer Missstände, das Öffnen von Diskussionsräumen und die Neuverhandlung gesellschaftlicher Werte erwirken/ neu verhandeln.
Hier setzt das Projekt Schandmal/Mahnmal an: An über 30 Kirchenfassaden in Deutschland befinden sich seit dem 13. Jahrhundert antisemitische Schmähplastiken der sogenannten Judensau. Was ist ein sensibler und zeitgemäßer Umgang mit solchen Bildprogrammen?
In zwei Publikationen nähern wir uns der Thematik an: Das Faltplakat enthält Hintergrundinformationen und eine multiperspektivische, fiktiv collagierte Diskussion zwischen 15 Akteur*innen aus Kirche, Architekturgeschichte, Politik und Gesellschaft basierend auf im Vorfeld geführten Einzelinterviews. Das Begleitheft thematisiert künstlerische Interventionen und Verhüllungsmethoden am Beispiel der Schmähplastik in Wittenberg. Beide Publikationen bilden das Fundament für den konkreten Interventionsvorschlag (Maßstab 1:2).
Die Verbindung dieser Komponenten bildet einen Möglichkeitsraum für Reflexion und Diskussion, den Umgang mit dissonantem Erbe gestalterisch neu zu denken.